Horizonte

Holunder. Märchenwort wie Rosenrot und Findevogel. Der Ort dazu: Meerland.  Im Osten Wiesen. Büsche in Reihen, Hohlwege, Eichen und Seen. Im Westen Marsch und Kooge, Deiche und Schafe, sturmschiefe Weiden und Haubarge. Blau der Himmel im Osten. Im Westen weit und groß. Der Wind ist überall. Holunderland macht Menschen satt, Augen und Mägen. Holunderlandmenschen arbeiten dafür. Ihr Leben ist Lebensmittel. Ich beobachte sie, ich erzähle. Über den Traum vom guten Essen, landschaftsbezogen und selbstgemacht, gesund und schmackhaft. Ein Land mit Fischen und Schinken, Ähren, Beeren, Knollen und Wurzeln für Menschen, die ein gutes Leben zu schätzen wissen.

4. Juni 2020

Heimat

Kaum ein Wort im Deutschen ist so überladen wie Heimat. Kaum eines löst in den Menschen so angenehme Gefühle aus. Aber was ist Heimat?

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15. Mai 2020

Pêche de Plön

In einer Gegend, wo „Moin moin“ schon Gelaber ist, wo man die Kunst des epischen Schweigens beherrscht wie nirgends sonst auf der Welt, scheint es besonders angezeigt, den Weltmeister des halbseitenlang eleganten, syntaktisch perfekten und prallvoll erzählenden Satzes, den Franzosen Marcel Proust in Verbindung zu bringen mit den agrarischen Köstlichkeiten des Landes zwischen den Meeren.

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2. Mai 2020

Mok good

Er muss uns durch seine Fenster die Straße heraufkommen gesehen haben. Wir waren einkaufen. Die Fahrradkörbe hinterm Sattel gut gefüllt. Es gab bis auf Hefe wieder fast alles. Als wir die brüchige Asphaltfläche vor dem backsteinigen Bauernhaus erreichen, öffnet sich die Tür.

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